Ärger gilt heute gemeinhin als schädlich und überflüssig. Obwohl schon Charles Darwin darauf hinwies, dass auch negative Gefühle ihren evolutionären Zweck haben; so bereitet Ärger den Organismus darauf vor, in den Angriff überzugehen und bei höchster Gefahr Angst und Schmerz zu unterdrücken.
Heute geht es meist nicht mehr ums nackte Überleben. Trotzdem glauben Forscher, dass die Menschen den Zorn nach wie vor brauchen – weil er wichtige Funktionen erfüllt oder wertvolle Eigenschaften in uns zum Vorschein bringt. Und je eingehender die Wissenschaftler das komplexe Gefühl erforschen, desto mehr offenbart sich: Ärger ist nicht gleich Ärger. Ob und wie wir von ihm profitieren, hängt sehr davon ab, unter welchen Umständen er aufkommt – und in welcher Lebensphase.